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Resumee

Am 13. und 14. Dezember 2006 trafen sich in München über hundert Arbeitsforscher verschiedener Disziplinen und  Institutionen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zur Tagung „INNOVATION: Arbeitsforschung“.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Beitrag die Arbeitsforschung zur Innovationsfähigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft leisten kann. 
Ein Ziel der Tagung war es, ausgehend von den abgeschlossenen Vorhaben im Rahmen der Förderinitiative „Zukunftsfähige Arbeitsforschung“, die Brücke zu neuen Forschungsthemen zu schlagen.

Ein weiterer Anspruch der Tagung war es, die „Community der Arbeitsforscher“ zu fördern und das gemeinsame Entwickeln von Forschungsfragen zu forcieren.

Im Rahmen von Plenarvorträgen und Workshops ging es darum, zu bearbeitende Forschungsfragen zu identifizieren und zu diskutieren. Plenarvorträge bereiteten den Einstieg in die Diskussion vor.

Ein „fröhliche“ Arbeitsforschung forderte Dr. Volker Volkholz ein. Helmut Lutzmann konnte aus der Sicht seines Unternehmens darstellen, dass sich effektive Produktion und systematische Pflege von Humanressourcen nicht ausschließen.

Prof. Joachim Ludwig sprach zur Notwendigkeit und Rahmenbedingungen für erfolgreichen Wissenschaftstransfer.

Im Zentrum des zweiten Plenarteiles standen die Rahmenbedingungen für Innovationspartnerschaften.

PD Dr. Andreas Boes sprach zur langfristigen Entwicklung von Innovationsprozessen in der IT-Branche, den Konsequenzen aus der Internationalisierung und leitet daraus Forschungsfragen an die Arbeitsforschung ab.

Wie ein global agierendes Unternehmen wie SAP seine Innovationstätigkeit regelt, berichtet Harald Martin. In seinem Überblicksvortrag stellt Prof.  Hartmut Hirsch-Kreinsen Rahmenbedingungen erfolgreicher Netzwerkarbeit dar.

Ursula Zahn-Elliott ordnete die abgeschlossenen Projekte und das Tagungsziel im Verhältnis zum neuen Forschungsprogramm „Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ ein.

Am zweiten Tag wurden in vier Workshops eine Vielzahl von Informationen ausgetauscht:
Im Workshop 1 “Humanressourcen und Nachhaltigkeit“ wurde festgestellt, dass Humankapital in der Betriebswirtschaft nunmehr eine größere Rolle spielt und  z. T. Eingang in die Beurteilung des Unternehmenswertes gefunden hat. Es wurde aufgezeigt, dass die Arbeitsforschung Methoden für die Verbesserung der Innovationsfähigkeit zur Verfügung stellen kann und die Verknüpfung von personalen und organisatorischen Ressourcen einen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels zu leisten vermag.

Der Workshop 2  „Innovationspartnerschaften“ beschäftigte sich ausgehend von einer kritischen Reflexion des Partnerschaftsbegriffs mit den personenbezogenen Dienstleistungen als einem wichtigen Feld der Arbeitsforschung. Für das Konzept „arbeitender Kunde“, bei dem dieser vermehrt  in Innovationsprozesse einbezogen wird, sind durch die Arbeitsforschung zukünftig verstärkt die Rahmenbedingungen zu gestalten.

Handlungsbedarf der Arbeitsforschung wurde auch bzgl. der Frage des Umgangs der Beschäftigten mit widersprüchlichen bzw. offenen Situationen festgestellt.

Der erweiterte Innovationsbegriff wurde als wichtiger Gegenstand der Arbeitsforschung bestätigt.

Innovationsprozesse sind vom Grundsatz her Arbeitsprozesse, die einer Gestaltung bedürfen. Die einzugehenden Innovationspartnerschaften sind keineswes konfliktfrei. Die Potenziale von Innovationspartnerschaften zu erkennen und zu entwickeln, Grenzen und Konflikte von Innovationspartnerschaften systematisch zu bearbeiten, das sind Forschungsfragen für die Arbeitsforschung.

Im Workshop 3 „Innovationsarbeit“ wurde davon ausgegangen, dass bisherige Schwerpunkte auf dem Innovationsmanagement lagen, Wissen und Innovation aber erarbeitet werden müssen.

Arbeitsforschung und Innovationsforschung müssen daher stärker verknüpft und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt werden.

Die Arbeitsforschung verfügt über hinreichendes Inventar zur Bewältigung von Kommunikationsproblemen, diese Ergebnisse sind auf das Feld Innovationsarbeit zu übertragen.

Weitere zu bearbeitende Forschungsfragen sind die mit zunehmender Projektbearbeitung verbundenen Probleme, die insb. die Gesundheit der in mehreren Projekten gleichzeitig beschäftigten Mitarbeiter betreffen.

Innovationsfähigkeit aus Sicht des Unternehmens und seiner Beschäftigten sind komplementäre Fragestellungen und in dieser Weise auch zu bearbeiten.

Und nicht zuletzt bedarf die Beurteilung des Wertschöpfungsbeitrages von Arbeitsforschung eine Erweiterung des Wirtschaftlichkeitsbegriffes.

Im Workshop 4 “Wissenschaftstransfer und neue Veränderungskulturen" stand die Rolle der Forschung in Innovationsprozessen im Mittelpunkt. In Auswertung von Erfahrungen aus zwei Projekten wurden folgende Forschungsfragen formuliert und diskutiert.

Die Tagung endete mit einer spannenden Podiumsdiskussion, in der sich Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaft zu ihren Anforderung/Fragen an die Arbeitsforschung äußerten.


Neben dem Tagungsband, der zur Tagung bereits vorlag, ist für Ende Februar ein Buch zu den Inhalten der Tagung geplant.


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